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KROATIEN

Kroatien sollte unser erster Urlaub während Corona werden. Die Lage hatte sich in Europa gerade wieder entspannt, sodass einige Länder im Süden nicht mehr als Risikogebiet eingestuft waren.

Wir entschieden uns dafür, das erste Mal (auch aufgrund von Corona) ein Ferienhaus zu mieten, um etwas mehr Privatsphäre zu haben und um im Falle eines Lockdowns nicht in irgendeinem Hotel fest zu sitzen und nicht heraus zukommen.

Daher suchten wir nach einem schönen Häuschen an der Adria, mit eigenem Pool und kurzer Entfernung zum Meer, in dem wir uns zwei Wochen vom Chaos und den Medien entspannen konnten.

 

Leider kam es dann, zwei Tag bevor wir mit dem Auto losfahren wollten, dazu, dass Kroatien als Risikogebiet eingestuft wurde. Wir vielen aus allen Wolken… "Was machen wir nun?"  fragten wir uns…

Wir checkten zunächst, ob es eine Möglichkeit gab, das Ferienhaus zu stornieren, jedoch ohne wirklichen Erfolg. Wir hätten lediglich 25% wiederbekommen und haben zudem als Info erhalten, dass auf unserer Insel kein aktiver Fall bekannt ist und auch, dass die deutschen Medien es viel schlimmer darstellen, als es ist.

Wir prüften die Auswirkungen, wenn wir trotz Reisewarnung fahren würden. Zu dieser Zeit waren an den Grenzübergängen in Deutschland sogenannte Corona Testzentren, bei denen man sich kostenlos testen lassen konnte und dann bis zum Testergebnis nach Hause in Quarantäne musste.

 

Es war ein einfaches Rechenexempel: Welche Kosten sind unter Umständen höher? Die 75% des Urlaubs, welche wir nicht erstattet bekommen hätten oder im schlimmsten Fall 2 Wochen Verdienstausfall bei Svenja, da wir bewusst in ein Risikogebiet fuhren und sie dann bei positivem Test 2 Wochen in Quarantäne müsste, bzw. in den Tagen, bis das Testergebnis da ist, kein Gehalt bekommt und erst mal ihre Überstunden abfeiern müsste. Da wir wussten, dass die Testergebnisse in der Regel nach 2-3 Tagen vorliegen und wir mit dem Ferienhaus mit Selbstversorgung und eigenem Auto komplett autark unterwegs waren, entschieden wir uns dazu, zu fahren.

 

Es war im Nachhinein die Beste Entscheidung, die wir treffen konnten! Es war eine perfekte Auszeit und die Panikmache war überhaupt nicht gerechtfertigt. 

 

Eine Strecke betrug ca. 1.500 km. Auf dem Hinweg buchten wir uns ein Zimmer in einem kleinen Vorort von Passau. Wir fuhren gegen Mittag los, sodass wir am Abend in Passau waren und für das letzte, große Stück erholt und ausgeschlafen waren.

Wir wechselten uns beim Fahren ab, sodass Svenja am morgen von Passau, durch Österreich und bis zur Slowenischen Grenze gefahren ist. Ab dort habe ich wieder übernommen. Mit einem 3 Stunden Zyklus ging zum einen die Zeit schnell um und man konnte sich nach einer Schicht wieder etwas entspannen.

 

Als wir nach Kroatien kamen, konnten wir bereits erste Ausläufer der Adria sehen, die einen sofort in Urlaubsstimmung brachten. Nun war es nicht mehr weit, zumindest waren wir schon mal in Kroatien.

 

Das Wetter wurde immer wärmer. Wir trafen während den Grenzübergängen viele freundliche Menschen. Endlich kann der Urlaub richtig beginnen!

 

Da unser Häuschen auf der Insel Brač stand, buchten wir vorher bereits ein Ticket für die Fähre. Wir konnten in Split mit dem Auto direkt darauf fahren und mussten nicht lange warten. Bei stickigen 30 grad (aber in dem Moment gerade bewölkt) verbrachten wir die, etwas über eine Stunde dauernde Fahrt auf dem Schiff nach Brač und genossen die Wärme und das stehen, nach den vielen Stunden im Auto sitzen.

 

Endlich auf der Insel angekommen, sind wir noch kurz im Lidl rein, um direkt noch ein paar frische Sachen zu kaufen die wir vorher nicht alle in Kühlboxen und Koffern mitnehmen wollten, um dann schnell zu unserem Häuschen zu fahren.

Der Vermieter war zur Übergabe ebenfalls auf die Insel bekommen, um uns zu begrüßen und uns alles zu zeigen. Es war genial! Ein Pool, in den man kaum einsehen konnte, ein Steinofengrill im Garten, Liegestühle, Hollywoodschaukeln und ein super schnuckeliges Ferienhaus mit 2 Schlafzimmern und Schlafsofa, sodass man hier mit bis zu 5 Personen wohnen kann.

 

Unsere erste Handlung nach dem Auto-ausräumen, war der Sprung in den Pool. Was eine Erfrischung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brač ist eine super vielseitige Insel, auf der wir in den zwei Wochen viel machen konnten. Wir hatten 200 Meter den Hang hinunter, das Meer, welches zum Schwimmen und Schnorcheln einlud und wenn es Abends dort zu kalt war, konnten wir noch in unserem Pool schwimmen gehen.

Wir haben versucht, so viele Orte der Insel zu erkunden, wie uns möglich war. Praktischerweise hatten wir unser Auto dabei und konnten jeden Tag eine andere Bucht erkunden. Eine war schöner, als die Nächste. Da wir zum Ende der Saison auf der Inseln waren, waren wir oftmals die einzigen Menschen in den einsamen Buchten. Hinzu kam natürlich, dass durch Corona der Tourismus massiv gelitten hat. Umso mehr haben sich die Menschen gefreut, Urlauber zusehen.

 

 

 

 

 

Einer unserer Lieblingsorte war eine Landzunge in Bol. Der Strand hier heißt Zlatni Rat und zählt zu den schönsten Ständen Kroatiens. Der Strand ist, durch die Strömung und Welle, jeden Tag ein wenig anders geformt.

Man muss wissen, dass die Strände in Kroatien zu 99% Steinstrände sind. Viele Strände bestehen aber aus so feinen Kieselsteinen, dass man dort locker auch Barfuß laufen kann. Trotzdem ist es ratsam, die Wasserschuhe einzupacken. Wir hatten die Badeschuhe in diesem Urlaub fast immer an, sodass wir, wenn wir eine coole einsame Bucht gefunden haben, direkt ins Wasser springen konnten.

 

Kroatien ist für seine Seeigel bekannt, warum auch deswegen Wasserschuhe sehr sinnvoll sind. Wir hatten jedoch richtig Glück. Wir waren Ende August, Anfang September hier und konnten an einer Hand abzählen, wie viele Seeigel wir im Wasser gesehen haben.

 

Abends haben wir tatsächlich, wie die meisten Einheimischen, in unserem Steinofen (im Garten) gegrillt. Wobei man sagen muss, dass die einheimischen Nachbarn sogar alle 3 täglichen Mahlzeiten darin gekocht, gebacken und gegrillt haben. Bereits morgens beim Frühstück zogen die Düfte von Grillfeuer, Rauch und leckeren Essens-Düften durch die Luft. So manch einer hat in Rezessionen über Kroatien geschrieben, dass ihn das Feuer und der Rauch, zu fast jeder Tageszeit, gestört hat. Vielleicht stand dann der Wind ungünstig. Uns hat es jedenfalls nicht gestört.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abgesehen von unseren Campingurlauben (was nicht so ganz zu vergleichen ist), war das unser erster Urlaub in dem wir uns selbst verpflegt haben. Natürlich hatten wir auch mal Urlaube, wo wir nicht immer Vollpension, All Inclusive oder ähnliches hatten, dann sind wir aber immer Essen gegangen.

Hier haben wir alle unsere Mahlzeiten selbst gekocht, Brot gebacken, gegrillt, etc. Auf der einen Seite ist das super anstrengend und auch ein wenig wie im Alltag, dem wir ja eigentlich entfliehen wollten. Auf der anderen Seite war es aber super, dass wir unseren Rhythmus komplett selbst bestimmen konnten. Wir konnten sehr flexibel mal länger schlafen, mal Mittag erst um 16 Uhr essen und auch den Abend immer wieder auf uns abgestimmt planen. Das hat den "Aufwand" den man damit hatte, entschädigt. Vor allem wenn man abends mit einem Glas Wein auf der Terrasse sitzt und bei Nacht mit Sternenhimmel über die Bucht schauen kann.  Zwei Nächte hat es gewittert, was eine spektakuläre Kulisse über dem Meer war.

 

Es war eine neue Erfahrung, so Urlaub zu machen. Ich kann jetzt auch alle verstehen, die lieber in Ferienhäusern, etwas ab vom Massentourismus ihren Freiraum genießen und auf eigene Faust und nach eigenem Belieben ihre Zeiten gestalten. Für uns wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir so eine Art von Urlaub gemacht haben!

 

Für die Rückfahrt nach Deutschland hatten wir uns aufgrund von den in Deutschland kommunizierten und geltenden Rückreisebestimmungen in den Transitländern (nicht in Slowenien oder Österreich anhalten, Tanken, etc…) vorgenommen, in einem durch zufahren. Spannenderweise sind die Einschränkungen in den anderen Ländern überhaupt nicht so gewesen. Die Leute, auch die Grenzpolizisten waren alle viel entspannter und es wurde keiner dieser Regeln verfolgt oder gar angesprochen. Dennoch fuhren wir tatsächlich in einem die 1.500 km durch, sprangen in Deutschland kurz hinter der Grenze in Passau raus, um einen Corona Test zu machen und fuhren dann die letzten Stunden weiter bis nach Hause. Das Ergebnis des Trips: 1.480 km, 15 Stunden und 11 Minuten Reisezeit.

 

Wir fielen tot ins Bett und begannen sofort mit unserer Quarantäne, bis die Ergebnisse erfreulicherweise bereits am Montagabend ankamen. Beide NEGATIV. Somit musste Svenja nur einen Tag Überstunden abbauen.  Für mich war die Quarantäne kein Problem, da ich sowieso Homeoffice machen konnte.

 

So ging ein wunderschöner Urlaub ohne anschließende, große Probleme, zu Ende.

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Svenja & Alex

Das sind wir!

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